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title: BitLocker umgehen ohne Schraubenzieher: bitpixie und was du dagegen tun kannst
url: https://www.vidrasec.com/de/blog/bitlocker-bitpixie/
description: BitLocker lässt sich ohne Spezial-Hardware umgehen. So funktioniert bitpixie und so schützt du dich: Pre-Boot-Auth, Secure Boot, PCR-Validation.
date: 2026-03-10
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BitLocker ist bei [Windows-Client-Pentests](/de/services/internal-it-infrastructure-penetration-test/) immer ein Thema. Damit die Vollverschlüsselung nicht einfach umgangen werden kann, muss BitLocker sicher konfiguriert sein.

Es gibt tatsächlich eine Schwachstelle, über die sich BitLocker ohne Spezial-Hardware ausnutzen lässt, und die kann im Prinzip jeder anwenden. In diesem Beitrag geht es um den Angriff **bitpixie**, warum der Standardmodus von BitLocker anfällig ist und was du dagegen tun kannst.

## BitLocker im TPM-only Modus: bequem, aber anfällig

Standardmäßig läuft BitLocker im **TPM-only Modus**. Die Entschlüsselung ist dann transparent: Es muss kein zusätzliches Passwort eingegeben werden, der TPM-Chip prüft die Umgebung und gibt den Schlüssel frei, wenn alles „vertrauenswürdig“ aussieht. Das ist praktisch für die Nutzer.

Das Problem: Praktisch alle Angriffe auf BitLocker zielen genau auf diese Konfiguration ab. Ohne zusätzliche Hürde vor dem Booten kann ein Angreifer unter bestimmten Bedingungen den Schlüssel erlangen.

**Pre-Boot-Authentifizierung** (ein zusätzlicher BitLocker-PIN vor dem Boot) verhindert die meisten dieser Angriffe. Ein BitLocker-PIN ist wenig beliebt, aber ohne ihn brauchst du eine sehr durchdachte Konfiguration, um ähnlichen Schutz zu erreichen.

## Der Angriff: bitpixie

Ein relativ aktueller und besonders relevanter Angriff ist **bitpixie**: Er funktioniert **unabhängig von der Hardware**. Es werden keine speziellen Adapter oder physischen Eingriffe am Gerät benötigt.

Kurz gesagt:

1. Der Angreifer täuscht dem TPM vor, dass ein **vertrautes Betriebssystem** startet.
2. Der TPM gibt den BitLocker-Schlüssel frei.
3. Der Schlüssel kann aus dem Speicher ausgelesen werden.

Damit lässt sich BitLocker unter TPM-only-Bedingungen umgehen, ohne das Gehäuse zu öffnen. Einen detaillierten Blogpost, mit dem du den Angriff nachvollziehen und nachstellen kannst, findest du hier:

**[BitLocker: Screwed without a screwdriver (Neodyme)](https://neodyme.io/en/blog/bitlocker_screwed_without_a_screwdriver/)**

## Was du dagegen tun kannst

Drei zentrale Maßnahmen reduzieren das Risiko deutlich:

### 1. Pre-Boot-Authentifizierung (BitLocker-PIN)

Eine **Pre-Boot-Authentifizierung** (zusätzlicher PIN vor dem Windows-Start) verhindert, dass der TPM den Schlüssel ohne diese zweite Faktor-Freigabe herausgibt. Damit blockierst du die meisten Angriffe, die auf „einfach booten und Schlüssel holen“ abzielen, inklusive bitpixie in der typischen Form.

Ohne Pre-Boot-Authentifizierung bist du nie vollständig sicher vor solchen Szenarien. Mit PIN machst du es Angreifern deutlich schwerer.

### 2. Updates für Secure-Boot-Signaturen

Halte **Secure Boot** und die zugehörigen Signaturen aktuell. Updates für UEFI/BIOS und Windows bringen oft Anpassungen an der Secure-Boot-Kette und an den geprüften Komponenten. Das erschwert das Nachahmen eines „vertrauenswürdigen“ Boots.

### 3. PCR-Validation-Profile in BitLocker anpassen

Das ist technisch der interessanteste Hebel: **PCR-Validation-Profile** legen fest, **welche Komponenten** auf ihre Integrität geprüft werden, bevor der TPM den BitLocker-Schlüssel freigibt. Mehr geprüfte Komponenten bedeuten in der Regel mehr Hürden für Angriffe.

Die Einstellung findest du in der Gruppenrichtlinie:

- **„Configure TPM platform validation profile for native UEFI firmware configurations“**

Speziell **PCR 4 (MBR)** ist relevant: Wird sie in die Validierung einbezogen, schützt das gegen bitpixie. Die Empfehlung ist, folgende PCRs zu aktivieren:

- **0, 2, 4, 7 und 11**

Damit wird unter anderem der Boot-Code (MBR) mit in die Vertrauenskette einbezogen, genau das, was Angriffe wie bitpixie ausnutzen, wenn diese Komponente nicht geprüft wird.

## Zusammenfassung

| Maßnahme | Nutzen |
|----------|--------|
| **Pre-Boot-Authentifizierung (PIN)** | Verhindert die meisten Angriffe, bei denen der TPM-Schlüssel ohne Nutzer-Interaktion freigegeben wird. |
| **Secure-Boot-Updates** | Aktuelle Signaturen und Boot-Kette erschweren das Vortäuschen eines vertrauenswürdigen Boots. |
| **PCR-Validation (0, 2, 4, 7, 11)** | Erweitert die Integritätsprüfung (u. a. MBR/PCR 4) und schützt speziell gegen bitpixie. |

Ohne Pre-Boot-Authentifizierung bist du nie hundertprozentig sicher, aber mit PIN, aktuellen Secure-Boot-Updates und angepassten PCR-Validation-Profilen machst du es Angreifern erheblich schwerer.

Die BitLocker-Konfiguration ist einer von vielen Checks, die wir im Rahmen eines [Internen IT-Infrastruktur-Penetrationstests](/de/services/internal-it-infrastructure-penetration-test/) gegen euer Standard-Windows-Client-Image durchführen, neben Dingen wie dem Auslesen von Credentials aus `lsass.exe`, beschrieben in [Hashes auslesen in Windows 11 24H2](/de/blog/dump-hashes-in-windows-11-24h2/).

Habt ihr die Sicherheit eures Windows-Standardclients (inkl. BitLocker-Konfiguration) schon einmal in einem Pentest prüfen lassen? Gerne können wir darüber sprechen.

[**Bei Fragen zu BitLocker, Windows-Clients oder Pentests: Kontaktiert VidraSec.**](/de/contact/)

Unsicher, ob ein interner Pentest der richtige Scope für euch ist? Die [Checkliste zur Wahl eines Pentest-Anbieters](/de/blog/pentest-provider-checklist-dach-smb/) hilft bei der Einschätzung.

